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Grenada

In Grenada machen wir an einer Boje in der Prickly Bay fest. Um uns herum liegen etliche andere Segelschiffe: Wie wir später erfahren, handelt es sich dabei um eine Mischung von Transit- und Dauerliegern. Die Ersten sind auf dem Absprung nach Trinidad, die Zweiten stellen ihr Schiff im relativ sicheren Grenada während der Hurrikansaison ab, die Dritten wollen an ihrem Schiff bei den verhältnismässig gut ausgerüsteten Marinas Wartungsarbeiten machen (lassen) und brauchen meistens zu ihrer eigenen Freude viel länger als geplant und die Vierten wollen gar nicht mehr weg, weil es sich hier offensichtlich gut leben lässt.

Verbunden sind all diese Menschen durch das „Net“: Jeden Morgen um halb acht besteht die Möglichkeit sein Funkgerät auf Kanal 68 einzustellen, es werden dann die „Buchtnachrichten“ vorgetragen: Zuerst das Wetter und dann wichtige lokale Informationen – während unserem Aufenthalt wurde zum Beispiel von zwei StudentInnen aus der in der benachbarten Bucht lokalisierten Universität berichtet, die bei ihrer Rückkehr aus Mexiko am Flughafen aufgehalten wurden und in Quarantäne mussten, weil sie mit der Schweinegrippe in Kontakt kamen oder auch von einem einsam liegenden Segelschiff, das überfallen wurde. Als nächstes können sich jene melden, die frisch angekommen sind oder in Kürze aufbrechen. Es dürfen auch alle möglichen Fragen gestellt werden, zum Beispiel zur Lage des nächsten Briefkastens oder eines guten Coiffeurs. Wer etwas verkaufen oder erwerben möchte – meist technisches Schiffsmaterial -, kann es auf Kanal 68 versuchen. Im weiteren Verlauf werden an diesem oder in den nächsten Tagen stattfindende Ereignisse von den Veranstaltern vorgestellt – Bücher- und DVDtausch unter anderem für Wohltätigkeitszwecke, Samstagunterricht für einheimische Kinder die Extrahilfe brauchen, organisierte Ausflüge, Grillfeste und vieles mehr. Zum Schluss werden Notnummern angeboten und Kontaktschiffe angegeben, bei welchen Notnummernlisten bezogen werden können. Kaum sind die Nachrichten vorbei, ruft man sich von einem Schiff zum anderen – LIL, LIL, Wild Vanilla, hier ruft Wild Vanilla LIL – es wird geantwortet und Kanal gewechselt – Wild Vanilla, LIL, 67?, 67! Zumindest die Dauerlieger lassen ihr Radio den ganzen Tag eingeschaltet, viele auch in der Nacht um anderen Seglern behilflich sein zu können. Wir haben es zweimal erlebt, dass ein Schiff und ein Beiboot, die am Abdriften waren, von der Seglergemeinschaft wegen dem Netaufruf wieder sicher festgebunden werden konnten.

Die andere verbindende Institution ist die Happy Hour. Vermutlich wissen alle, dass es sich dabei um jene Stunde zwischen 17 und 18 Uhr handelt, bei welcher Getränke um den halben Preis zu beziehen sind. In der Prickly Bay findet sie in der Ticky Bar statt, wo es auch echt italienisch schmeckende Pizzas gibt, mit einem Teig beinah so dünn wie der von Peter.

Für das Wochenende, an Ostern, im Sommer und in manchen Fällen auch für’s Leben wird das Schiff zwei Buchten weiter neben Hog Island verstellt. Jeden Sonntagnachmittag bereitet dort Roger ein Barbecue für seine Gäste vor. Dazu wird laute Musik – fast immer Reggaeklänge – entweder live oder aus der Anlage gespielt. Am Sonntag soll auch meistens Jana Caniga – ehemalige 10 vor 10 Fernsehmoderatorin - dort anzutreffen sein, wir haben sie am Ostermontag erspäht. Ein wenig weiter östlich liegt ihre Marina – le phare bleu – in einer Bucht. Bei einem Besuch in diesem stillvollen Ort kommen wir kurz mit ihr ins Gespräch – sie ist gerade auf dem Weg zu einer Sitzung -, für Basils Geschmack viel zu kurz, er hätte so gern noch ein wenig auf Schweizerdeutsch mit ihr geplaudert. Er überredet uns in ihre Sitzung zu platzen, um durch das offene Fenster ihr wenigstens noch „tschüss“ zu sagen.

An Ostersamstag gibt es eine organisierte Ostereiersuche (egg hunting) in True Blue, eine Bucht weiter westlich von der Prickly Bay – die Südküste von Grenada ist voller Buchten. Es wurden Plastikeier mit für schweizerische Verhältnisse schlechten Schokoladeneiern gefüllt versteckt. Die grossen Kinder werden gebeten den kleinen, Eier übrig zu lassen. So hat Basil am Schluss eine stolze Ausbeute: Neben den Eiern die er selber gefunden hat, hat er noch einige dazu geschenkt bekommen. Ostersonntag verbringen wir auf Hog Island, zunächst auf unserem Schiff, dann beim sehr gut besuchten Barbecue. Und wisst ihr was? Der Osterhase hat tatsächlich den Weg zu uns gefunden! Die Frage „wie“ drängte sich dieses Mal bei Basil nicht so stark wie beim Samichlaus auf, schon eher die Frage „ob“ er überhaupt kommen würde. Basil hatte sich ja auch zunächst selber eine Erklärung ausgedacht, wie der Osterhase kommen könnte: „Der Osterhase ist ja in der Schweiz, oder? Er fliegt mit dem Flugzeug auf eine Wolke, macht dort ein Steuerrad und eine elektrische Karte (GPS) an, um dann bei uns zu landen“. Da er diese Erklärung selber erfunden hat, hält er sie schlussendlich nicht für glaubwürdig. Andere Erklärungen wurden ihm angeboten: So hätte der Osterhase dahin gesprungen kommen können – vor allem der Osterhase kann ja besonders grosse Sprünge machen. Am lustigsten fand er die Vorstellung eines mit Flügelis ausgestatteten Osterhasen, der daher geschwommen ist. Dann behauptete aber eine österreichische Bekanntschaft, dass der Osterhase sicher mit dem Flugzeug aus Zürich eingeflogen sei. Dazu meinte Basil: „Jo, aber tatsächlich, das isch jetzt aber wohr!“ Auf diese Art brachte also der Osterhase die Taucherbrille samt Schnorchel und Flossen!

Eine andere Feierlichkeit ist mein Geburtstag: Markus backt und backt an diesem Tag trotz den vorherrschenden 30 Graden. Dann serviert er unseren neuen Freunden und mir am Strand Zopf, Roggenbrot und Kuchen. Dazu gibt es frische Aufstriche und kühlen Wein.

Nicht nur für uns gibt es in der Prickly Bay neue FreundInnen, auch Basil kann zum ersten Mal während unserer Reise ausgiebig mit anderen Kindern spielen. Er badet mit ihnen am Strand, er springt ihnen in der Pizzeria unermüdlich hinterher und darf sie sogar auf ihre Schiffe besuchen. Auch er empfängt Besuch, mit dem er dann unter anderem seine Leidenschaft für das Zusammenbinden teilen kann. Und als krönender Abschluss wird er auf eine Geburtstagsparty in Hog Island eingeladen. Seine neuen FreundInnen heissen Joshua (7) und Jade (fast 4). Sie leben auf einem riesigen Catamaran. Die Familie ist vor fast sieben Jahren von Südafrika losgesegelt und hat nun vorläufig die Kinder für die Schule in Grenada angemeldet. Und Basil lernt nun auch endlich die „Pickels-Kinder“ kennen. Bis zu drei von vier Kindern am Mast schwingend gesehen, hat er schon längst. Zum ersten Mal in les Saintes, dann wieder in St. Anne (Martinique). Dort versuchte er mit ihnen in Kontakt zu treten, indem er Caramel und Topsy am Mast schwingen liess. In Bequia und in Union sehen wir sie wieder. Aber erst in Grenada kommt es zur Begegnung. Wir lernen Christopher (9), Julia (7), Henry (5) und William (4) beim egg hunting kennen. Basil wird daraufhin auf ihrem Schiff zum Schwingen eingeladen. Die Familie ist seit zwei Jahren unbefristet unterwegs, nächstes Ziel ist Panama im November, dann Ecuador. Später werden sie voraussichtlich über den Pazifik segeln. Die Kinder werden auf dem Schiff unterrichtet. Zur Basils Freude bekommt er von ihnen ein Schulübungsbuch, in dem er seitdem sehr fleissig arbeitet. Und wie es der Zufall so schön macht, kriegt er auch noch fünf original Winnie the Pooh Geschichtsbücher geschenkt! Welch ein Segen! Der Abschied von dem Schiff, das von Leben nur so wimmelt, fällt ihm sehr schwer: Als „Übergangsobjekt“ erbittet er sich einen der Teddybären für die Nacht mitzunehmen. Die Kinder holen alle möglichen Bären aus ihren Kojen, schliesslich entscheidet sich Basil für einen honigbraunen Riesenbären – jedes Kind hat einen -, weil ihm scheint, er habe noch Honig um den Mund.



Für uns stellen die Tage in der Prickly Bay letzte geruhsame Urlaubstage dar. Unsere Reiselust ist inzwischen gestillt – nach 7 Monaten sind wir nicht mehr so neugierig auf neue Erkundungen wie zu Beginn – die Urlaubslust besteht aber nach wie vor.

Wenn man Channel 68 abschaltet und die Happy Hour auf einmal in der Woche am Freitag begrenzt, ist es in der Prickly Bay eher ruhig. Na ja, bis auf die paar Tage nach Ostern, wenn Grenada dem „Summit of the Americas“ in Trinidad - wo Obama auftritt - Unterstützung in Sachen Sicherheit leistet. Dann fliegen die amerikanischen FA18 mehrmals täglich über unsere Köpfe und verunmöglichen jegliche Unterhaltung, zwingen uns sogar, die Ohren zuzuhalten. Die Bevölkerung fühlt sich an die amerikanische Invasion von 1983 erinnert – es sind die gleichen Flugzeuge wie damals, der Anblick der Soldaten wird sich wohl auch nicht gross geändert haben. Amerikanische Soldaten scheinen ebenso konfus zu sein. Eine Bekanntschaft berichtet mir von einem Gespräch zwischen einer Touristin und einem amerikanischen Offizier in einem grenadischen Hotel, wo ein Grossteil der 200 anwesenden Soldaten untergebracht ist. Sie sagt zu ihm: „So you are taking over“ und meint damit das Hotel. Er antwortet daraufhin sehr ernst: „This is a peaceful mission, M’am!“
1983 kamen die Amerikaner, weil sie unter dem Eindruck standen, Grenada paktiere mit Kuba und der Soviet Union. Unter dem Vorwand die StudentInnen ihrer Universität zu retten (rescue mission) – es gab zu diesem Zeitpunkt Machtkämpfe in Grenada, bei welchen der Premierminister umgebracht wurde – flogen sie nach Grenada und blieben 2 Jahre. Ein Einheimischer sagte zu uns: „They came for the false reasons, but in the end they did good, the population became more independent since then.“

Grenada wird auch die Gewürzinsel genannt. Bei einem Ausflug kommen wir in den Genuss der verschiedensten Gerüche, die uns der Reiseführer anhand von frisch gepflügten Blättern oder Gewürzen zu riechen einlädt: Mandarinen-Orangen-, Garlictree- und Yelanblätter, Lemongrass, Zimt, Cacao, Nelken und vor allem Muskatnüsse. Bis 2004 produzierte Grenada 6 Millionen Muskatnüsse pro Jahr – sie wachsen das ganze Jahr durch, im Juni und Dezember sind aber die Haupterntezeiten -und war mit Indonesien der grösste weltweite Exporteur. In Grenada sollen die Muskatnüsse besonders ölhaltig sein. Als Hurrikan Ivan kam, zerstörte er 80% der Plantagen. Nur noch 3 von 19 Kooperativen nehmen die Muskatnüsse der 15 000 Bauern ab. Die von Ivan verursachten Schäden sind noch gut zu sehen: Einerseits erblicken wir ein wenig überall neue Dächer, andererseits ist der zerstörte Baumbestand im Regenwald noch immer sichtbar.
Für Basil und uns gibt es noch viel Spannendes auf der Inseltour, so zum Beispiel eine im Gras wachsende Pflanze, die ihre Blätter bei Berührungen schliesst. Dann kommen uns im Regenwald Affen grüssen, die wir mit Bananen locken. Und zu guter Letzt besichtigen wir eine Rumdestilliere mit musealem Charakter. Genau wie vor rund 200 Jahren wird sie betrieben und bietet die seltene Möglichkeit, ein Wasserrad in Betrieb zu beschauen. Was die Hygiene auf dem Gelände betrifft, kann man nur froh sein, dass dort lediglich starker Alkohol produziert wird!

Andrea

Dominic zu Besuch

Meinen “grossen Sohn” Dominic für zwei Wochen an Bord zu haben war für mich eine grosse Freude. Zum einen das Privileg, ihn wieder mal so intensiv und nahe zu  erleben, zum andern wieder mal einen leidenschaftlichen Segler an Bord zu haben - und meine Freude am Segeln mit ihm zu teilen. So wurde bei “Wind auf die Nase” ordendlich aufgekreuzt bis kurz vor der Bucht und die Navigation am Kartentisch war nun delegiert  an Dominic.  Gemainsam haben wir Carriacuo, Union Island, Mayreau, die Tobago Cays, Petit St. Vincent und Grenada besucht, Auch das Nachtleben hat sich verändert, so wurde doch häufig abends die Hausbar oder Landbar besucht. Hat mit gut gefallen!
Basil freute sich sehr auf seinen grossen Bruder und hat ihn ordentlich in seine Welt miteinbezogen. Ein schönes Bild.

So haben wir alle vier eine spannende, intensive und sehr friedliche Zeit zusammen verbracht.
Danke Dominic!

Markus

Tobago Cays

Die Tobago Cays befinden sich hinter einem grossen Riff mitten im Atlantik: Das Riff hält den mächtigen Seegang auf, lediglich der kühlende Passatwind bleibt übrig und so liegen wir ruhig umgeben von fünf Inselchen. Jamesby, Petit Bateau, Petit Rameau, Baradal und Petit Tabac sehen etwa so aus wie man sich eine Robinsoninsel vorstellt: Weisser Sandstrand mit Palmen, etwas Fels, etwas grün, unbewohnt und in 10 Minuten sind sie mit dem Beiboot umrundet. Voller Kakteen sind sie zu Fuss kaum zu erkunden.

Eine Augenweide sind die Blauabstufungen: Der blauweisse Himmel fällt am Horizont ins dunkelblaue Meer. Die See lässt eine Weile einer weissschaumenden Welle Raum, kommt uns aber in ein lichtvolles Türkis näher. Rund um unser Schiff plätschert dann klares grünblaues Wasser.

Für in der Karibik Segelnde ungewöhnlich - da sie sich sonst hinter den Inselerhebungen im Westen aufhalten – geht die Sonne hier endlich wieder einmal seit der grossen Überfahrt direkt aus dem Meer auf.

 

Andrea wird hier ins Schnorcheln eingeführt. Die Unterseelandschaft ist ebenso beeindruckend wie jene über dem Wasser. Auch Basil erfreut sich daran: In bébélil rudernd stellen wir den Schildkröten nach und erblicken sie, wenn sie ihre Köpfe aus dem Meer strecken, um Luft zu holen. Am Strand finden wir zarte lilaweisse Korallen[1]. Erst später erfahren wir, dass sie nicht gesammelt werden dürfen: Sie sind wichtiger Bestandteil der Erosion, die dafür sorgt, dass immer genügend Sand am Strand ist. Nächstes Mal machen wir’s nicht mehr, versprochen!

 

Markus und Andrea

[1] Übrigens quasi einziges Strandgut: Immer wieder staunen wir wie sauber die Strände der Karibik sind - erst in Trinidad ändert sich das Bild. Offensichtlich sind die Inseln von den Strömungen begünstigt. In Europa trug sich Andrea mit der Vorstellung bei jedem Strandbesuch einen Sack voll Müll aufzulesen, sozusagen als Tribut dafür, diese Reise machen zu dürfen. Sinnvoller fände sie es inzwischen für Müllverbrennungsanlagen auf den karibischen Inseln zu spenden: Eine echte Geruchsbelästigung stellen die weit verbreiteten offenen Feuer dar, auf denen zum Teil nasses Holz vor allem aber der Abfall der Inseln verbrannt wird.


Happy Birthday

Alles Gute zum Geburtstag liebe Andrea

Canouan

Bettler 1

Als wir in Canouan ankommen, winkt uns ein Mann bei einer Boje zu. Wir lenken LIL in seine Richtung und lassen uns die Leinen von ihm reichen um festzumachen. Anschliessend hängt er an unserer Reling und wartet offensichtlich auf die Belohnung. Ich händige ihm 5 EC$ (etwa 2 Franken) aus und Basil bittet ihm ein kleines Päckchen Chips an. Er bleibt aber weiterhin an unserer Reling hängen und fragt schliesslich: „Do you have a cold beer?“. Wir schenken ihm eins und dann macht er sich auf sein eigenartiges Gefährt davon. Wir sehen, wie er sein Apero genüsslich einnimmt.

Am nächsten Morgen hängt er sich erneut an unsere Reling an. Dieses Mal bittet er uns um eine Wasserflasche: Er habe vergessen eine einzupacken und gehe fischen.

 

Bettler 2

Ebenfalls in Canouan schwimmt ein Mann mit Taucherausrüstung und Harpune heran. Er erklärt Markus, das Gummiband seiner Harpune sei kaputt. Er brauche unbedingt ein Neues und ausserdem habe er Kinder, die in St. Vincent in die Schule gingen, er müsse ihnen Geld senden usw. Markus fragt den Mann, wie viel so ein Gummiband denn koste? 25 EC$ lautet die Antwort. Der Mann ist Markus sympathisch, so schenkt er ihm das Geld. Als er davon schwimmt, ruft ihm Markus zu, er solle ihm doch einen Fisch vorbeibringen, wenn er ein paar fangen würde. Der Mann antwortet: „Oh, yes, I’ll do that, you know I’m an honest man!“

Später an diesem Tag schwimmt der Mann tatsächlich mit Fisch und Lobster heran: „I told you, I’m an honest man. You helped me out, so I bring the fish.“ Wir fragen, was er dafür will. Er nennt keinen Preis, so biete ich ihm 15 EC$, eine Packung Müsli und Barilla Spaghetti an. Er erkundigt sich, was man mit Müsli tun kann, so erklären wir ihm, seine Kinder könnten es mit Milch essen. Er nimmt das Geld und die Sachen zu sich und fragt, ob wir nicht noch einen Juice oder ähnliches hätten. Da ich merke, dass Markus schwach wird, schreite ich ein und sage, dass sei nun genug, ich sei hier der Boss. Ich hole einen Orangensaft und bitte ihn zwei von den drei Sachen auszuwählen. Er entscheidet sich für Müsli und Orangensaft, die Spaghetti - erst jetzt merke ich, dass die Packung nur halbvoll gewesen wäre - gibt er mir zurück: also die gesunde Variante. Dafür lässt er uns alle Fische und die Lobster da, obwohl wir ihn bitten, es nicht zu tun, da wir nicht alles brauchen können.

 An diesem Abend sind wir reichlich mit Fisch versorgt. Am Nachmittag haben wir nämlich bereits bei einem anderen Fischer Fisch erworben, da wir nicht damit rechneten, dass der Taucher zurückkommen würde, schon gar nicht am gleichen Tag. Markus und Basil entschuppen, nehmen aus und kochen: sehr lecker, besonders meiner, ein Red Snapper. Die Lobster werfen wir gleich über Bord, denn sie leben nicht mehr und wir deshalb nicht sicher sind, ob sie noch frisch sind. Zwei Tage später werfen wir die restlichen Fische auch noch weg, weil wir sie nicht alle verzehren konnten. Die Möwen stürzen sich darauf, lassen sie nach einer Weile aus der Höhe wieder fallen. Auch deshalb weil sie nicht mehr am Leben oder nicht mehr frisch sind?

 In Canouan übernachten Basil und Markus an Deck: Nicht um die Bettler auch in der Nacht optimal empfangen zu können, nein, einfach weil das Schiff so ruhig liegt und die Sternen uns vom Himmel aus so freundlich zublinzeln. 

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